Bremer Filmemacher Frank Bauer dokumentiert 24 Stunden einer „Mama auf Zeit“
Luisa ist 25 – Erzieherin, Studentin und Bereitschafts-Erziehungsstelle für Kinder in Not
Auf den ersten Blick sieht es bei Luisa aus wie bei einer normalen Familie mit zwei Kindern. Doch das ist es nicht. Luisas Familie wird nur eine bestimmte Zeit so bestehen. Eine Bereitschaftserziehungsstelle ist immer nur eine Zwischenstation für Kinder, die aus ihren Familien genommen werden müssen. Irgendwann werden die Kinder weiterziehen. Trotzdem ist es der Traumberuf von Luisa, berichtet sie in dem neuen Film des Bremer Filmemachers Frank Bauer.
„Ich habe Luisa letztes Jahr kennengelernt, als ich einen Film über Inobhutnahmen im Kinderheim Kleine Strolche gedreht habe“, so Frank Bauer, der selbst einen 7-jährigen Sohn hat. „Ich war von Anfang an begeistert und erstaunt, dass sie mit nur 25 Jahren eine so große Verantwortung auf sich genommen hat, zwei fremde Kinder bei sich aufzunehmen. Insbesondere eine Frage beschäftigte mich lange: Wie schafft man es, Kinder ganz nah an sich heranzulassen – jedoch immer mit dem Wissen, dass man sie wieder gehen lassen muss.“
Diese und viele andere sensible Einblicke in eine „Familie auf Zeit“ gewährt der neue Film, in dem Frank Bauer Luisa und die beiden Kinder einen Tag lang begleitet. Es geht um Gefühle, Perspektiven für Kinder, und natürlich auch um den spannenden pädagogischen Beruf. „Für mich war dieser Dreh deshalb besonders emotional, weil wir am Anfang des Tages nicht wussten, dass gerade dieser Tag ein einschneidender für eines der Kinder werden würde“, so Frank Bauer.
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Mehr InformationenDer Filmemacher Frank Bauer hat schon verschiedene gesellschaftsrelevante Themen dokumentiert, wie z.B. „Weibsbild – Mannsbild“, wobei er außergewöhnliche Menschen und Rollenverständnisse portraitiert. Das Projekt wurde vom Land Bremen gefördert.
Der Kinderheim Kleine Strolche e.V. wurde 2018 als Förderverein des Kinderheims Kleine Strolche gegründet. Ziel des Engagements ist es, zusätzliche Leistungen und Angebote für die Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen, die über die regulären Aufgaben der Jugendhilfe hinausgehen. Ein vollständig über Spenden finanziertes Therapiezentrum in Bücken unterstützt die Schutzbefohlenen mit verschiedenen Angeboten wie Trauma- oder Reittherapie dabei, belastende Erlebnisse zu verarbeiten und neue Zukunftsperspektiven zu entwickeln.
